Reizdarm-Ade’

Wie Sie mit 3 Hausmitteln ihre Verdauung auf Vordermann bringen

In meine Praxis kommen regelmäßig Klienten, die einfach nur mittels einer Ganzkörper Massage entspannen und ihren Stress abbauen wollen.
Bei einem Willkommensgespräch stelle ich dann fest, dass sie von Verdauungsbeschwerden, Schlafstörungen und Entzündungen geplagt sind. Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen und Blähungen sind ein steter Begleiter ihres Alltags. Teils wissen sie gar nicht mehr, was sie „gefahrlos“ essen können.

Diese Situation kenne ich sehr gut. Als ich vor 23 Jahren mit dieser Symptomatik bei der Schulmedizin Rat suchte, wußte mir niemand groß zu helfen. Damals konnte ich von heute auf morgen kein Fleisch mehr vertragen, ich wurde krank und lag mehrere Tage mit Fieber im Bett. Im Anschluß bekam ich einen Rheuma Schub und hatte Wochen mit den Schmerzen an Händen und Füßen zu kämpfen, ich wurde depressiv und teils sehr verzweifelt.

„Sie haben nichts“

Nur wenige Mediziner wußten um den Zusammenhang der Darmflora, ihrer Zusammensetzung und ihrer Wirkung auf den Stoffwechsel und das Wohlbefinden. Auf Nachfragen gab es dann ein kleines Stuhlprofil, also eine Untersuchung der Darmbesiedelung, meist nur auf Parasiten und Pilze etc. Die guten „Mitbewohner“ wurden ganz außer acht gelassen. In der Regel gab es die Diagnose: „ Sie haben nichts “.

Damit wollte und konnte ich mich nicht zufrieden geben. Ich fing an mit alternativen Heilmethoden aus dem Ayurveda und der Homöopathie eigene Erfahrungen zu sammeln und zwar mit Erfolg.

Das einzige, was mir im Akutfall half, war fasten: Kein tierisches Eiweiß, keine Trigger, wie Zucker, Kaffee und Alkohol. Warme und frisch gekochte Suppen entlasteten meinen gereizten Darm, Ruhe und Bewegung in der Natur waren das einzige, was mir zusätzlich Erleichterung verschaffte. Auch mußte des öfteren die berufliche Situation neu überdacht werden: Was stresst mich ? Wo bin ich unzufrieden und was brauche ich, um glücklich zu sein?


Stress als Auslöser – das Reizdarmsyndrom RDS

Das Reizdarmsyndrom ist eine weitverbreitete Diagnose für Menschen, die unter unklaren Darmbeschwerden leiden und das meist im Wechsel:

  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Durchfall

Heute sprechen wir von unserem Bauchgehirn und wissen, dass andauernder positiver, wie negativer Stress und starke Emotionen auf die Verdauung schlagen, der Darm reagiert gereizt, Nahrungsmittel werden nicht mehr vertragen, Schlafstörungen und Herzrasen stellen sich ein. Auch kann es zu Kopf-und Rückenschmerzen und Atemhemmung kommen. In vielen Fällen werden diese Beschwerden auch chronisch.

Der Säbelzahntiger

Stress ist ein bekannter Auslöser für einen gereizten Darm. Sind wir gestresst, wird Cortisol über die Nebennierenrinde ausgeschüttet und versetzt uns für 24h in den Fluchtmodus. Das bedeutet, dass unser Adrenalin steigt und die Verdauungstätigkeit auf ein Minimum reduziert wird, da wir ja vor dem Säbelzahntiger flüchten wollen.
Unser Nahrungsbrei wird mehr recht als schlecht verdaut, Verdauungsenzme werden unzureichend gebildet. Unverdaute Nahrung erzeugt im Dünndarm Gase, wie Ammoniak, das die Darmschleimhaut reizt und auf Dauer zu Entzündungen führen kann.
Zusätzlich schädigen Antibiotikatherapien, falsche Ernährung die eingeschränkte Bakterienvielfalt im Darm.

Die Milch macht’s….oder doch die Birne?

eine FODMAP Diät schafft Erleichterung bei Fructose Intoleranz

Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie Lactose, Fructose und Sorbitol verstärken die Reizdarm-Symptomatik durch Bildung von schleimhautreizenden Gasen, die die Leber belasten. Wenn dann 5x am Tag Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen (wie von der WHO empfohlen), sinken Energielevel und Lebensqualität gewaltig. Auch die Schlafqualität wird sehr beeinträchtigt durch eine unruhige Leber in der Nacht.
Andauernde Blähungen sind ein Warnsignal für ein bedrohtes Ökosystem Darm. Wer auf Rotwein, Sauerkraut, Schokolade und Salami mit Kopfschmerzen reagiert, hat höchstwahrscheinlich eine Histaminintoleranz durch das fehlende histaminabbauende Enzym.

Schnelle Abhilfe schafft hier eine spezielle Schonkost mit Verzicht auf Nahrungsmittel, die den Darm belasten (FODMAP Diät, histaminfreie Nahrung).

Befreien Sie ihren Darm ganz leicht von schädlichen Gasen und Toxinen: :

Hausmittel 1 – mit Zeolith und Flohsamenschalen gegen Darmgifte

Machen sie regelmäßig eine Darmkur mit Zeolith und Flohsamenschalen.
Zeolith ist ein natürliches Mineral vulkanischen Ursprungs mit einem hohen Siliziumgehalt. Dieses mikroporöse Tuffgestein besteht aus einer Kristallgitterstruktur mit Hohlräumen, in denen sich Kationen wie z. B. Kalzium, Magnesium, Natrium und Kalium befinden. Es bindet effektiv Schadstoffe und wird bereits seit der Antike zur natürlichen Entgiftung eingesetzt.
Flohsamenschalen (Plantago ovata) sind ein traditionelles Heilmittel bei Verdauungsbeschwerden und ich setze es gern ein, um die Darmschleimhaut zu reinigen und zu schützen. Die Flohsamenschalen sind in der Lage, einen Schleim abzusondern, der sich wie eine Schutzschicht an die Darmwand schmiegt und Heilungsprozesse in Gang setzt. Gleichzeitig erhöht es das Stuhlvolumen und verbessert die Ausscheidung von Schlacken.

Anwendung :

Jeden Abend jeweils 1/2 Tl Zeolith und Flohsamenschalen in 100ml lauwarmem Wasser einrühren und gleich (!) trinken. Mit 150 – 200 ml Wasser oder Tee nachspülen.
Diese Kur empfehle ich für 6-8 Wochen.

Letztlich können unsere Darmbakterien auch Stoffe produzieren, die ins Gehirn gelangen und damit Stimmungen beeinflussen. Damit sind wir beim nächsten Punkt.

Der Darm denkt mit – die Darm-Hirn-Achse

Unser Darm hat 10 mal soviel Bakterien, wie wir Zellen haben

„Das Darmhirn kann zwar nicht denken, es verwendet aber die gleichen Botenstoffe wie das Kopfhirn und beeinflusst, was wir fühlen, unsere Gesundheit und unser Verhalten stark mit“

Medizinprofessor Rémy Meier, Schweiz

Das Darmhirn ist ein hochkomplexes Nervensystem, das sich über die gesamte Fläche des Verdauungsschlauchs erstreckt. Die neue Erkenntnis lautet: Die Darm-Hirn-Achse funktioniert in beide Richtungen.


„Der Darm beeinflusst unsere Emotionen und unser Verhalten viel stärker als wir uns das je haben träumen lassen“

Professor Peter Holzer, Graz.

Über Nerven, Hormone und das Darmimmunsystem übe der Verdauungstrakt Einfluss auf das Gehirn und damit auf unsere Emotionen aus.
Unsere Darmbakterien können die Aminosäuren Tyrosin und Tryptophan produzieren. Diese werden im Gehirn zu Serotonin und Dopamin (beides sogenannte „Glückshormone“) umgewandelt.
Das erklärt auch, warum Entzündungsreaktionen des Darms mit Ängstlichkeit und depressivem Verhalten verknüpft sind und warum Antidepressiva in der Schulmedizin gegen Reizdarm eingesetzt werden.

Deine Lebensmittel müssen zu dir passen – die ayurvedische Ernährungsmedizin

Ayurveda_Ernährung
Du bist, was du isst und was du verdauen kannst Foto: unsplash.com

Als ich 2009 zum Ayurveda kam und voller Begeisterung meine Ausbildung anfing, eröffnete sich mir ein neues Körperbild. Jeder Mensch ist einzigartig ( individuelle Anteile der Doshas Vata, Pitta, Kapha im Ayurveda ) und hat ein spezielles Mikrobiom ( Zusammensetzung der freundlichen und unfreundlichen Darmbakterien ). Denn was der eine gut verträgt, kann für den anderen Unwohlsein und chronische Krankheiten nach sich ziehen.

Die häufigste Ursache ist eine schwache Verdauungskraft durch übermässigen Konsum von zu schweren Nahrungsmitteln. Schlechte Nahrung, falsche Ernährung, schlechte Lebensgewohnheiten (z.B. Bewegungsmangel, ungenügendes Stressmanagement, fehlende Entspannung, ungünstiges Arbeitsumfeld) führen zu einer Störung der Doshas. Der Transport, die Verdauung und die Aufnahme von Nährstoffen sind dann beeinträchtigt. Hält die Störung länger an, entsteht Ama (Toxine). Ein typisches Krankheitsbild ist Amavata, das mit einer rheumatoiden Arthritis gleichgesetzt werden kann.

Im Ayurveda gibt es dafür ein spezielles Ernährungskonzept, auf die Bedürfnisse und die jeweilige Konstituition zugeschnitten. Mit den richtigen Gewürzen, den passenden Lebensmitteln, zur richtigen Zeit und mit Liebe gekocht und genossen, lässt sich ein gereizter Darm schnell besänftigen und die Lebensqualität erhöhen.

Um ihre Verdauung optimal zu unterstützen, habe ich folgenden Tipp für Sie:

Hausmittel 2 – Asafoetida (Hing, Teufelsdreck) – der Schlackenlöser

Der Tausendsassa unter den Gewürzen weckt das Verdauungsfeuer, wirkt verdauungsfördernd, appetittanregend und löst durch Darmträgheit enstandene Verstopfung. Aus der Ayurvedaküche ist Asafoetida nicht wegzudenken. Die verdauungsfördernde und entblähende Wirkung schätze ich sehr im Zusammenhang mit schwer verdaulichen Gerichten, wie z. B. Dal. Er ist ein hervorragender Geschmacksverstärker und ersetzt so manche Prise Salz, wirkt appetitanregend und fördert die Gallensaftsekretion. Verwenden sie nur eine kleine Prise von diesem intensiven Gewürz.

Für Pitta Konstitutionen, die meist auch keine Knoblauch vertragen, ist er nicht empfehlenswert. Hier ersetze ich gerne mit dem heilenden Ingwer.

Yoga and more

Die Schwester Wissenschaft Yoga hält eine Vielzahl an Werkzeugen bereit, um Anspannung und Alltagssorgen abzubauen. Körper, Geist und Seele werden wieder ins jetzt geholt und zentriert, die Atmung reguliert sich.

Hausmittel Nr. 3 – Stressabbau to go – Mudra für unterwegs

Mushti-Mudra gegen Stress und innere Anspannung

Ein Mudra ist ein Werkzeug, das sie immer dabei haben und in besonderen Stressmomenten schnelle Hilfe bietet.
Probiere Sie mal mein Lieblings-Mudra aus gegen innere Anspannung und wenn der Stresspegel steigt. Es wirkt besonders entlastend auf die Leber.

So wird’s gemacht:

  • ballen Sie beide Hände zu Fäusten
  • legen sie die Daumen über die Ringfinger
  • atmen sie bei lockeren Fäusten ein, atmen sie mit einem Fffffff aus und spannen die Fäuste an
  • wiederholen sie mindestens 10-mal
  • danach die Hände locker ausschütteln
  • bei Bedarf 3-mal täglich

Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg mit meinen 3 Hausmitteln, die sie leicht umsetzen können.

Herzlichst Ihre Claudia Brenner

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