Die grosse Ayurveda-Hausapotheke Teil 1

Das Geheimnis der Heilpflanzen aus dem Ayurveda

die Amla-Frucht ( lat.: Phyllanthus emblica) enthält roh 20 mal mehr Vitamin C als eine Orange / Foto: pixabay

Shatavari bei Frauenleiden, Amalaki für ewige Jugend und Brahmi für starke Nerven, im Ayurveda ist gegen jedes Wehwehchen ein Kraut gewachsen. Seit Tausenden von Jahren baut der Ayurveda auf die Kraft der Natur. Ich nehme sie mit auf eine spannende Reise in die Welt der altindischen Heilkunst und zeige Ihnen, wie Sie mit diesen „Heilungsbeschleunigern“ ihre Gesundheit aktiv unterstützen können.

Altindische Weisheiten und ein langes erfülltes Leben

Nach der indischen Lehre ensteht Gesundheit durch das Zusammenwirken der drei Lebensenergien, den sogenannten Doshas: Vata, Pitta und Kapha. Jeder Mensch wird demnach mit einer einzigartigen Kombination dieser drei geboren- meist dominieren ein oder zwei Doshas. Zum Zeitpunkt unserer Geburt ist die Verteilung unserer Doshas ausgeglichen. Sie prägt unsere Entwicklung, unseren Körper und Geist.

Durch die Art, wie wir leben kann unsere Konstituition aus dem Gleichgewicht geraten. Wie wir essen, wie wir arbeiten und schlafen, was wir konsumieren, ob wir glücklich sind und wie wir uns bewegen, all das beeinflusst unser empfindliches Gleichgewicht. Ist es gestört, drückt es sich in körperlichem oder geistigem Unwohlsein aus. Ein solcher Zustand bezeichnet der Ayurveda als potenziell krankmachend. All sein Streben ist darauf konzentriert, die Störungen und damit die Doshas auszugleichen.

Die Ayurveda Heilpflanzen werden dazu verwendet, um Überschüssiges auszuscheiden, Schwachstellen zu kräftigen, Organfunktionen zu verbessern und unser Verdauungsfeuer (Agni) auszugleichen.

Bei chronischen und schweren Leiden ist es ratsam einen Ayurveda-Art aufzusuchen. Für kleinere Leiden, wie ein quälender Husten, Wechseljahresbeschwerden oder Schlafstörungen bietet die Ayurvedische Hausapotheke eine Vielzahl an wundersamen Früchten, Kräutern und Gewürzen an.

Ich habe hier die wichtigesten „Heilungsbeschleunigern“ für Sie zusammengestellt:

Amla – die Frucht ewiger Jugend und Schönheit

Die Wunderbeere aus Indien wird auch Amalaki oder die aschfarbene Myobalane genannt und als heiliger Baum mit der Bezeichnung „nährende Mutter“ verehrt. Wer täglich Amla isst, könne 120 Jahre alt werden, heißt es in der Charaka Samhita, den Ayurveda-Schriften.

Amla ist das beste Verjüngungsmittel von allen, da es bis zu 20 mal mehr Vitamin C enthält als z.B. Orangen. Der Ayurveda empfiehlt Amla bei Erkältung und dermatologischen Problemen, zur Stärkung der Widerstandskraft und als Schutz vor Allergien, zur Pflege von Haut und Haaren, es lindert Magen-und Verdauungsprobleme, sowie Sodbrennen.
Nach ayurvedischer Lehre gleicht Amla alle drei Doshas aus, insbesondere aber das Pitta-Dosha.

Da die Baumfrüchte roh sehr sauer sind, werden sie bevorzugt als Mus (Chyavanprash) oder in Chutneys verarbeitet. Im Mund herrscht der Geschmack „sauer“ vor, der normalerweise das Pitta Dosha erhöht. Amla jedoch hat eine „süße“ Wirkung im Verdauungstrakt und wandelt sich in eine kühlende Grundwirkung. Somit gleicht es eine überschüssige Pitta Natur aus. Durch den sauren Geschmack wird Vata reduziert und durch den scharfen, bitteren, zusammenziehenden Geschmack und die leicht austrocknenden Eigenschaften erfährt Kapha die gewünschte Anregung.
Amla ist eine der seltenen Pflanzen, in denen fünf von den sechs Geschmacksrichtungen (Rasas) vertreten sind: süß, sauer, scharf, bitter und herb. Nur salzig fehlt.

In Europa gibt es Amla vor allem als Feinpulver (Churna) zu kaufen, auch als Extrakt-Tablette und Fruchtmus (Chyavanprash). Amla ist eine der drei „Königsfrüchte“ im berühmten Verjüngungsmittel (Rasayana) Triphala.

Die Antioxidativen Kräfte wirken hemmend auf den Alterungsprozess und verheißen ein langes und glückliches Leben. Die aufbauenden Qualitäten des Amlamus unterstützen Sie dabei, kraftvoll durch die kalte Jahreszeit zu gehen.

Meine Empfehlung: Ich nehme es vor allem in der kühleren Jahreszeit täglich als Fruchtmus ein. Genießen Sie 1-2 Teelöffel morgens pur, in warmer Milch oder als Marmelade auf dem Butterbrot und unterstützen Sie damit wirksam ihr Immunsystem. Es gibt aber auch für alle Doshas Variationen, bei denen für jeden etwas dabei ist: Vatas können mit dem Mus ihr Porridge anreichern, Pittas bestreichen damit ihr Nussbrot und Kaphas rühren es in eine Tasse scharfen Ingwertee ein.

Brahmi – das Kraut gegen das Vergessen

Brahmi ( lat.: Bacopa monniera), das Kleine Fettblatt für starke Nerven / Foto: pixabay

Das Kleine Fettblatt ist eine Kriechpflanze und sieht aus wie unser einheimischer Portulak. Studien belegen, dass das Kraut die Gedächtnisleistung verbessert und die Reaktionsgeschwindigkeit beschleunigt. Es revitalisiert die Nerven und Gehirnzellen und reinigt das Blut. Brahmi ist im Ayurveda die Heilpflanze, mit der höchsten sattvischen, also spirituellen Wirkung. Es gilt als bestes Nerventonikum, Ginkgo gehört zur selben Familie. Ihm wird auch eine angstlösende, beruhigende und stimmungsaufhellende Wirkung zugesagt. Außerdem erweitert es die Bronchien und hilft bei Husten und Atemwegsbeschwerden. Es reduziert das Vata und das Kapha, ohne Pitta zu erhöhen.

Brahmi ist also besonders zu empfehlen für Berufstätige, die unter starkem Stress zu leiden haben, für Schüler und Studenten in belastenden Lern- und Prüfungssituationen, für Senioren zur Erhaltung der geistigen Vitalität und eines guten Gedächtnisses. Es ist eine wunderbare Unterstützung bei der Behandlung von Alzheimer und Demenz.

„Brahmi als Stärkungsmittel ist das vielleicht wichtigste Adaptogen des Ayurveda. Es wirkt besänftigend und beruhigend, wobei es gleichzeitig Geist und Gemüt aufhellt. Dadurch ist es ein besonders passendes Mittel bei Nervosität und Erschöpfung. Es löst Ängste und verbessert Gedächtnis sowie Konzentration. Untersuchungen an Schülern zeigen ein verbessertes Lernverhalten.“

Meine Empfehlung: Ich bevorzuge die Verwendung als Pulver (Churna), abgefüllt in Kapseln. Als Tee ist es ungenießbar. In stressigen Zeiten und zum Gedächtnisaufbau 1-2mal täglich 1-2 Kapseln mit warmer Milch oder Tee einnehmen.

Shatavari – ein Segen für die Powerfrau

der Wilde Spargel (lat.: Asparagus racemosus) lindert Frauenleiden / Foto: pixabay

Der Wilde Spargel wächst in ganz Indien und gilt als ayurvedisches Frauenkraut schlechthin. Er soll die Fruchtbarkeit erhöhen und ein weibliches Aphrodisiakum sein. Sinngemäß übersetzt bedeutet Shatavari so viel wie: „die über 100 Männer verfügt“ – ein deutlicher Hinweis hinsichtlich der verjüngenden Wirkung dieser Pflanze auf die weiblichen Fortpflanzungsorgane. Bekannt sind die blutreinigende Wirkung und die Stärkung des Shukra-Dhatu, dem Fortpflanzungsgewebe.

In der Schwangerschaft wird er eingesetzt, um den Körper auf die Geburt vorzubereiten und um die Milchproduktion anzuregen. Er hält die Schleimhäute kühl und feucht und schützt vor Entzündungen.

Besonders wertvoll ist er in der Menstruationszeit und in den Wechseljahren, da er die Hormonschwankungen auszugleichen vermag. In Bezug auf die Gewichtszunahme wurde festgestellt, dass eine Gewichtszunahme in der Menopause durch Shatavari zu 50 % reduziert wird.

Weitere positive Wirkungen sind :

  • Darmberuhigung bei durch Pitta bedingten Durchfall
  • pittabedingte Obstipation
  • Verdauungsförderung
  • Linderung des prämenstruellen Syndroms (PMS)
  • Entzündungsreduzierung bei Bronchitis
  • Beruhigung der Magenschleimhäute bei Hyperazidität und Magengeschwüren
  • Schmerzlinderung
  • Nervenschwäche
  • Hilfe bei Angststörungen
  • Stärkung des Immunsystems

In Studien belegte Wirksamkeit: wurmtötend, antimykotisch, magenberuhigend, antibakteriell, antiviral, entwässernd, milchtreibend, antiamöbisch und vieles mehr.

Meine Empfehlung: Bei all diesen Unpässlichkeiten geben Sie einmal täglich 1 TL Shatavari Pulver in 200 ml Milch ( Kuh-oder Pflanzenmilch), lassen die Milch 5 min. kochen und schmecken mit Zimt, Honig oder anderer Süße ab und trinken sie genußvoll.

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