Ayurveda im Vorfrühling … jetzt Vorbeugen gegen Viren und Heuschnupfen

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Im Frühling gibt die Kaphaenergie den Ton an
Foto: Afke Huitema

Mitte März befinden wir uns laut den Ayurvedischen Lehren im Übergang vom Spätwinter in den Vorfrühling. Was bedeutet das für uns? Seit Mitte Februar etwa dominiert das Kapha-Element (Erde und Wasser, Qualität schwer und kalt), es sorgt für Stabilität und ein starkes Immunsystem.
Der Stoffwechsel arbeitet jedoch im Frühjahr (bis Mitte Mai) langsamer, was die Bildung von Schlacken im Körper fördert. Es wird mehr Schleim produziert und das Verdauungsfeuer ist träger. Daher ist es günstig, jetzt die Ernährungsgewohnheiten umzustellen und sich anders zu ernähren (leichter, weniger fettreich & weniger Milchprodukte, denn sie erhöhen die Kapha-Schlacken) und sich mehr zu bewegen.

Wir benötigen die richtige Nahrung, die uns Kraft gibt und unser Verdauungsfeuer am „ Brennen“ hält, um den äußeren Einflüssen und der Infektionsgefahr zu trotzen.

Jetzt ist die richtige Zeit, um sich mit kleinen Maßnahmen auf das kommende Frühjahr vorzubereiten.

Wichtig: eine starke Verdauung

Besonders wichtig ist jetzt ein starkes Agni (unsere Verdauungskraft). Es gilt, der typischen Infektanfälligkeit vorzubeugen und den Stoffwechsel in Schwung zu halten, der später bei ansteigenden Temperaturen und der dadurch verursachten Verflüssigung des Kapha-Doshas ( z.B.: laufende Nase, Bronchitis, Heuschnupfen) erlahmen kann. Um Müdigkeit, Erkältungen oder Allergien zu vermeiden, sollte unser Verdauungsfeuer stark brennen.

Ziel ist, den Körper so stark zu machen, dass äußere Gegebenheiten keinen negativen Einfluss mehr auf uns haben können

Mit diesen 4 Tipps bringen Sie ihren Körper gesund und fit in den Frühling:

  1. Bewegung, Bewegung, Bewegung – Verzichten Sie jetzt auf das Mittagsnickerchen oder den Espresso im Café und unternehmen Sie stattdessen einen Spaziergang an der frischen Luft. Schon 20 Minuten täglich mit zügigen Schritten oder 30 Minuten mit dem Rad erhöhen die Sauerstoffzufuhr und lassen den Atem wieder fließen. So wirken Sie einer Verlangsamung ihres Stoffwechsels entgegen und trainieren sich für eine fitten Start in den Frühling.
  2. Agni anregen für eine starke Verdauung – Halten Sie ihren Stoffwechsel in Schwung mit Gewürzen und Lebensmitteln, die ihre Verdauungskraft unterstützen: frischer Ingwer, schwarzer Pfeffer, Knoblauch, Kreuzkümmel, Ajwain, Asafoetida, Nelke oder Zimt steigern jetzt das Verdauungsfeuer. Auch bittere Gemüse und Salate, wie Rucola, Radicchio, Spinat, Mangold, Fenchel und Chicorée wirken einer Verschleimung entgegen und sollten mehr und mehr in den Speiseplan eingebettet werden.
  3. Schlacken ausleiten – Trinken Sie ausschließlich warme Getränke wie heißes Wasser oder Ingwertee. Diese regen den Stoffwechsel an und sorgen für ein starkes Agni. Die Wunderknolle Ingwer beseitigt Erschöpfung, wirkt blutdrucksenkend und bringt gute Laune. Ein ideales Getränk für Vata- und Kapha-Beschwerden und für alle Frauen in jedem Alter. Zudem spült es Keime und Viren von den Schleimhäuten ( aktuell sehr wichtig!) und regt das Immunsystem an.
  4. …und das Fett verschwindet… Im Ayurveda gibt es eine sehr bewährte Kombination aus 3 Früchten (Amalaki, Bibhitaki, Haritaki), Pippali, dem Langpfeffer und Guggulu, der indischen Myrrhe, die ich sehr gerne meinen Klienten empfehle – Triphala Guggulu. Diese hochwirksame Mischung beseitigt Schlackenstoffe, nimmt ihrem Körper die Schwere und Müdigkeit und steigert ihre Verdauungsleistung. Triphala Guggulu reinigt alle Körpergewebe und Gefäße und wird erfolgreich bei hohem Blutdruck, Cholesterinspiegel und bei Arteriosklerose eingesetzt. Auch können Toxine leichter abgebaut werden, die sich im Fettgewebe angesammelt haben. Es ist ein wunderbares Mittel zur Stärkung ihrer Abwehrkräfte und bei wiederkehrenden Erkältungen und Verschleimungen. Triphala Guggulu reduziert alle 3 Doshas, jedoch kann Pitta auf die Dauer erhöht werden.
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Meine Empfehlung: 4-6 Wochen lang 2 mal täglich morgens und abends mit warmen Wasser nach den Mahlzeiten einnehmen.

Rezepte für die Kapha-Zeit – gegen Schwere und für gute Laune:

Ingwertee-Variation

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Frischer Ingwer regt die Verdauung an und wirkt antibakteriell
Foto: pixabay

Für 1l Tee nehmen Sie:

  • 1l Wasser
  • 1 EL frisch geriebenen Ingwer
  • 3 – 4 schwarze Pfefferkörner
  • 1-2 Stücke Pippali ( Langpfeffer)

Wasser mit Ingwer und Gewürzen aufkochen und anschließend 10 – 15 Minuten zugedeckt auf kleiner Flamme köcheln lassen. Tee abseihen und in eine Thermoskanne füllen, eventuell süßen.

Ingwer schafft gute Laune und der Langpfeffer (Pippali) aktiviert, ähnlich wie sein Verwandter, der schwarze Pfeffer, unseren gesamten Stoffwechsel. Mit ihm beseitigen sie Kälte, vermehrtes Kapha und Unverdautes. Er reinigt das Blut, hilft bei Anämien und sorgt dafür, dass die Nährstoffe besser aufgenommen werden. Er kann gut bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien eingesetzt werden und lindert alle Erkältungskrankheiten, ebenso wie Asthma, Arthritis, Rheuma, Gicht, Ischias und zahlreiche Verdauungsbeschwerden.

Meine Empfehlung: Genießen Sie eine Tasse Ingwertee vor jeder Mahlzeit, der Pitta-Typ darf mit Honig süßen, Vata-Naturen trinken stattdessen abends nach 18 Uhr 1-2 Tassen Melissentee.

Zur aktiven Vorbeugung gegen den Corona-Virus empfehle ich täglich 2-3 Tassen Cystustee zu trinken,, das Lutschen von 4-6 Cystus Tabletten ( für unterwegs) pro Tag, eine Einnahme von mind. 1g Vitamin C (gepuffert als Calcium-ascorbat) über den Tag verteilt und ganz wichtig ! Feuchte Schleimhäute. Schützen sie ihre Nasenschleimhaut vor dem Austrocknen, indem Sie Ghee auftragen und/ oder mit Meerwasser Nasenspray anfeuchten und reinigen. So haben die Viren keine Chance in Hals und Nase anzudocken und ihr Immunsystem wird tatkräftig mit der Heilwirkung von Cystus, Melisse und Vitamin C unterstützt.

Rasam, eine köstliche Anti-Kapha – Fastensuppe

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Rasam vereint alle 6 Geschmacksrichtungen: süß, sauer, bitter, salzig, scharf und adstringierend
Foto: pixabay

Rasam ist eine würzige Suppe, die das Verdauungsfeuer erhöht und der Schlackenbildung entgegen wirkt. Sie verringert Blähungen und Allergien.
Ersetzen Sie doch mal 1 Woche lang ihre Mittags-oder Abendmahlzeit mit diesem leichten Gericht, sie werden erstaunt sein, wie gut es Ihnen damit geht. Die Suppe hat einen tollen, außergewöhnlichen Geschmack und ist unkompliziert in der Zubereitung:

Sie benötigen für eine Portion:

  • 1 TL Tamarinde
  • 50 ml heißes Wasser
  • 1 Tasse Granatapfel püriert z.B. auch Birne, Apfel, Mango
  • 2 Tassen Wasser
  • 1/2 TL ganze schwarzer Pfefferkörner oder Pippali
  • 1 Stück Ingwer
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1/2 TL Kurkuma gemahlen
  • 1/4 TL Kreuzkümmelsamen gemahlen
  • ein paar Safranfäden
  • 1 Prise Himalaya Salz
  • 1 Prise Asafoetida
  • wahlweise 1 El Basilikum/Petersilie oder frische Korianderblätter

Tamarinde für 20-30 Min. in heißes Wasser geben, anschließend das Wasser aus der Tamarinde drücken. Wasser abseihen und beiseite stellen. Die Früchte pürieren ( ich habe 2 Äpfel und Granatapfelkerne genommen). Pfeffer, Pippali, Keuzkümmel mahlen, Ingwer schälen und zerkleinern. Alles anrösten und Kurkuma und Salz hinzufügen. Mit Tamarindenflüssigkeit aufkochen, Asafoetida hinzugeben und 5 Minuten köcheln, dann das Fruchtpüree zufügen und weiter 5 Minuten köcheln. Vom Herd nehmen und mit Basilikum, Petersilie oder Koriandergrün verfeinern.

Extra-Tipp: Um Pitta zu reduzieren, verzichten Sie auf Knoblauch, der Vata-Typ verwendet Pippali statt schwarzem Pfeffer.
Wer nicht abnehmen möchte, fügt Gemüse (Spinat, Mangold, Fenchel, Rettich, Karotten…) hinzu und genießt die Suppe mit einer großen Portion Quinoa oder Basmati-Reis.

Wohl bekomms !

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