Krise, Stress, Heuschnupfen…und jetzt auch noch Frühjahrsmüdigkeit?

Die Krise im Frühjahr 2020 hat es in sich, wir haben so etwas vorher noch nie erlebt. Gefühlt befindet sich unser Körper seit Mitte März im Ausnahmezustand. Der Schwebezustand, indem wir uns befinden, erzeugt Anspannung und Stress, trotz und gerade wegen eingeschränkter Mobilität.

Viele Menschen leiden jetzt an Verspannungen bis hin zu Tinnitus und Pollenallergie. Dazu kommt eine saisonal bedingte Müdigkeit, die der Ayurveda als typische Symptome der „Kapha-Zeit“ bezeichnet.

Warum bekommen so viele Menschen gesundheitliche Probleme im Frühling? Was kann man tun, um diese zu vermeiden?

Ayurveda wird jetzt mehr denn je gebraucht

Die Ursache liegt in den verstopften feinen Körperkanälchen, den Srotas. Ablagerungen, die normalerweise ausgeschieden werden, sich aber verhärten und im Körper bleiben, verflüssigen sich im Frühling, in der Zeit zwischen März und Juni, und verschleimen die Kanälchen. Der Schleim bildet einen optimalen Nährboden für Bakterien, Viren und Allergene (Pollen).

Da beim Heuschnupfen das Kapha-Dosha als Hauptverursacher angesehen werden kann, liegt der Schwerpunkt der Behandlung auf einer Reduzierung von Kapha. Dies kann häufig schon durch eine entsprechende Ernährung und Änderung im Lebensstil erreicht werden.

Bevorzugen Sie bittere, scharfe Kräuter und Gewürze, sowie trockene, warme Nahrung, um Schleimansammlungen zu verflüssigen und zu reduzieren.

Tipps für eine gesunde Ernährung im Frühling:

  • Vermeiden Sie schleimbildende und kühlende Lebensmittel, wie Bananen, Avocado und Milchprodukte, wie Käse, Joghurt und Eis.
  • Bevorzugen Sie bittere Gemüse und Salate mit hochwertigem Oliven-oder Hanföl, Buchweizen, Hirse und Mungbohnen gekocht entlasten ihre Verdauung.
  • Scharfe Gewürze, wie Ingwer (nicht für Pitta-Typen), Pfeffer und Curcuma sollten jetzt nicht fehlen und regen ihr Verdauungsfeuer an.
  • Ersetzen Sie kalte Getränke durch heißen Kräutertee und essen Sie abends nur leichte, warme Nahrung, z. B. eine Gemüsesuppe vor 19 Uhr.

Sie leiden schon unter Heuschnupfen und Frühjahrsmüdigkeit und fühlen sich verschleimt und schwer? Dann probieren Sie doch mal meine 3 Ayurvedischen Geheimtipps aus:

1. Kräutermischung mit Sitopaladi gegen Heuschnupfen und Verschleimung

Ayurvedische Kräutermischungen werden seit 2.000 Jahren
zur Stärkung des Immunsystems und der Atemwege eingesetzt.

Diese Zubereitung aus wirksamen Gewürzen, Süßholz und dem langen Pfeffer Pippali verflüssigt und reduziert Schleimansammlungen im Körper. Sitopaladi unterstützt die ordnungsgemäße Funktion der Atemwege, indem überschüssiges Vata, Pitta und Kapha von Kopf und Brust entfernt werden. Durch seine starke Affinität zu den Atmungs- und Verdauungssystemen unterstützt diese Mischung den natürlichen Auswurf, eine gesunde Lunge und die klare Atmung. Gleichzeitig wird ihr Immunsystem gestärkt.

Für die Mischung nehmen Sie:

Wenn Sie diese Mischung 3x täglich mit ¼ Teelöffel Honig einnehmen, sind diese Kräuter besonders effektiv in der Reinigung des Lungen- und Bronchial-Gewebes.

2. Pippali-Treppenkur

Foto: pixabay.com

Pippali ist ein ayurvedisches Gewürz, dass besonders im Frühjahr dabei helfen kann, dass Kapha zu verringern. Es wird von allen Doshas sehr gut vertragen und reinigt sanft den Verdauungstrakt. Am besten geht das mit der sogenannten Treppenkur.
Man nimmt Pippali in ansteigender und abfallender Menge über insgesamt 13 Tage. Am ersten Tag wird morgens und abends nach dem Essen je 0,5 – 1g ( ungefähr eine Messerspitze) Pippali genommen. Das wird bis zum Tag 5 um jeweils 0,5g ( einer weiteren Messerspitze) gesteigert und dann über 3 Tage mit je 3g zweimal täglich gehalten. Anschließend wird die Menge wieder um 0,5g pro Tag reduziert (also am 2. Tag nehme ich 2 Msp. Pippali Pulver, am. 3 Tag dann 3 Msp…u.s.w., von Tag 6-8 nehme ich 5 Msp./ ungefähr 3g , ab Tag 9-13 reduziere ich täglich um einewieder die Menge).


Ich mahle mir meinen Pippali gerne frisch in meiner elektrischen Kaffeemühle und bewahre ihn in einem kleinen Schraubglas auf.

Besonders angenehm lässt sich der feingemahlene lange Pfeffer morgen und abends in warmen Wasser oder Kräutertee einnehmen.

3. Anti-Allergie-Tee

Foeniculum vulgare – der einheimische Fenchel
Foto: pixabay.com

Eine etwas ungewöhnliche Mischung, dafür aber sehr wirkasam ist ein Tee aus Kreuzkümmel-, Koriander- und Fenchelsamen. Er stärkt ihren Stoffwechsel, hilft bei Entzündungen und ist gut für ihre Verdauung (AGNI). Dieser Anti-Allergie-Tee ist besonders geschickt darin, Ama (natürliche Toxine) zu beseitigen. Verwenden Sie für die Zubereitung die ganzen Samen von Kreuzkümmel, Koriander und Fenchel zu gleichen Teilen: jeweils etwa einen halben Teelöffel pro Tasse Wasser. Sie können die gleichen Teile jedes Samens im Voraus mischen und diese Mischung in einem kleinen Glas aufbewahren. So bleiben die ätherischen Öle und die Inhaltsstoffe länger erhalten.

Pro Tasse Tee nehmen Sie 1 TL der Mischung und bringen sie mit der gewünschten Menge Wasser zum Kochen. Solange köcheln lassen, bis die Samen zu sinken beginnen, dann die Samen abseihen, den Tee leicht abkühlen lassen und trinken. Wenn nötig, darf mit Honig oder Rohrohrzucker gesüßt werden.

Im Akutfall trinken sie diesen Tee mehrmals täglich oder bereiten sich gerne eine größere Menge in der Thermoskanne zu.

Ich wünsche Ihnen eine leichte Zeit und viel Freude mit der Umsetzung meiner Ratschläge.

Lebensdauer, Ausstrahlung, Stärke, Gesundheit, Abwehrkraft, Energie, Wärmeprozesse und vitaler Atem – all das hängt vom Verdauungsfeuer Agni ab.

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