So übersteht der Ayurveda-Typ Pitta die Sommerhitze

Hochsommer bedeutet für mich das Tragen leichter Sommerkleidchen, Flip Flops an den Füßen und die gutgefüllte Wasserflasche im Fahrradkorb. Wenn es heiß wird in Berlin und das Thermometer über 30 Grad steigt, dann steigt auch die Launenhaftigkeit der Großstadt.

Woran liegt das? Berlin ist eine feurige Pitta-Stadt mit deutlichem Vata-Einschlag: Das Element Feuer erkennt man an der Schnelligkeit und der unterschwelligen Agressivität im Verkehr. Das Element Luft, welches typisch ist für Vata, zeigt sich in der Vielfalt, der Kreativität, der Nervösität und der Schlaflosigkeit dieser Metropole (Kreuzberger Nächte sind lang).

Welche Auswirkungen hat der Sommer auf den Pitta-Typen?

Auch wenn die stete Wärme unser Lebensgefühl beflügelt, wir das Baden im See genießen und die lauen Sommernächte auf der Wiese, so durchläuft unser Körper eine wahre Gradwanderung zwischen Aktivität und träger Langsamkeit. Je nach Wärmegrad und Luftdruck und deinem individuellen Dosha-Typ hat dein Stoffwechsel eine Menge zu tun, um optimal zu funktionieren.

Je nach Konstitutions-Typ macht uns die Hitze entspannt bis nervös, lethargisch oder schon mal aggressiv.

Jeder Mensch trägt diese feurige Pitta-Energie in sich.

Die zarten und windigen Vata-Menschen genießen die Wärme sehr, sie kommen jetzt richtig in Fahrt. Dennoch kann die Hitze an ihrem Nervenkostüm zerren, sie sensibler machen, Unsicherheit und Zertstreutheit fördern.

Die gemütlichen Kapha-Typen möchten ihre Lethargie in der Hängematte ausleben und kommen an heißen Tagen eher schwer in Schwung. Sie bemerken eine Gewichtszunahme und freuen sich auf die kühleren Tage, an denen sie mehr Lust auf Aktivität haben.

Menschen mit einer Pitta-Konstitution hingegen reagieren häufig mit Pickeln, Hautauschlägen und übersäuertem Magen. Während langer, heißer Sommertage baut das Feuer sich stetig auf, entfacht Aggressionen, Hyperaktivität, Streitsucht, schwächt das Immunsystem und begünstigt Kopfschmerzen, bis man irgendwann nur noch erschöpft ist.

Typische Pitta-Symptome

Aufgrund der persönlichen Konstitution mag es jeder etwas unterschiedlich empfinden. Doch es gibt ein paar typische Hinweise darauf, dass der Pitta-Anteil zu hoch ist:

– Wut und Gereiztheit
– Ungeduld und Streitlust
– ein Drang, sich vergleichen und andere herausfordern zu wollen
– Verdauungsprobleme (Sodbrennen und Durchfall)
– trockene, gerötete Augen
– Entzündungen

Im Ayurveda geht es darum, die verschiedenen Energien im Gleichgewicht zu halten: feuriges Pitta, luftiges Vata und erdiges Kapha. Diese Balance ist Voraussetzung für körperliche und geistige Gesundheit. Indem man die ayurvedischen Grundsätze in die Ernährung und Lebensweise integriert, kann man Pitta beruhigen, Hitzeperioden gelassen überstehen und den Sommer einfach nur genießen.

5 Ayurveda Tipps, die dich von innen kühlen:

Foto: unsplash.com

Ist es draußen heiß, wird unser Verdauungsfeuer (im Ayurveda Agni genannt) von Tag zu Tag schwächer, um der Hitze entgegen zu wirken. Wir bemerken das an der zunehmenden Appetitlosigkeit, die Vata- und Kapha-Typen klagen über Blähungen,Verstopfung und Gewichtszunahme.

Süß, bitter und herb bringen Pitta wieder ins Gleichgewicht, sie haben eine kühlende Wirkung. Richte dich für die heißen Tage nach diesen ayurvedischen Ernährungstipps und du wirst dich viel wohler fühlen.

Mit diesen persönlichen Ernährungs-Tipps kannst du deine schwächere Verdauungskraft (Agni Mandia) ausgleichen:

  1. Rege deinen Appetit vor dem Essen mit dem Trinken von Zitronenwasser, dem Kauen an einem Stück Ingwer oder einer Dattel an.
  2. Keine eisgekühlten Getränke zur Mahlzeit! Genieße lieber infused water, also raumtemperiertes stilles Wasser mit Minzblättchen und/oder Tiefkühlbeeren.
  3. Genieße den Sommersalat oder den Eisbecher zur Mittagszeit, da ist dein Verdauungsfeuer am höchsten. Abends verwöhne dich mit einem leichten Gemüsecurry, auf tierisches Eiweiß am Abend verzichte bitte ganz, das erhöht dein Pitta. Vermeide scharfe Gewürze, wie Chili und Knoblauch.
  4. Jetzt ist die Zeit für Mango, Melone, Gurke, Kokosnuß, reife Aprikosen, Feigen und Pfirsiche, Trauben und Granatapfel. Sie sind süß, saftig und kühlend! Sie sollten in keiner Sommerküche fehlen. Die ayurvedischen Qualitäten von Süße – dick, feucht und kühl – wirken erdend, sie schenken Wohlbehagen und bremsen einen überreizten Organismus etwas herunter. Süße Nahrungsmittel wie Datteln und Mangos können neueren Studien zufolge sogar unmittelbare Glücksgefühle auslösen.
  5. Jetzt ist Lassi-Zeit! Gönne dir abends ein lekkeres Rosen-Kokos-Lassi, es gleicht deinen Feuchtigkeitshaushalt aus, kühlt dich von innen und unterstützt deine Verdauung. Hier mein Rezept:

Rezept Rosen-Kokoslassi

  • 1,5 Tassen frischer Joghurt (kann auch veganer Joghurt sein)
  • 3 Tassen Wasser (Zimmertemperatur)
  • 3 EL Kokosnusscreme
  • evtl. 1 TL Kokosblütenzucker (nach Belieben)
  • 1 Prise Vanille und Zimt
  • 2 Prisen Kardamom, gemahlen
  • 1 EL Rosenwasser für die Schönheit

Alles verrühren und mit dem Schneebesen schaumig aufschlagen.

Extratipp:

Als Yogalehrerin weiß ich um die klärende und kühlende Kraft des „Sitali-Atems“ (ein wunderbares Mittel bei aufkommender Ungeduld und Hitze):

Foto: unknown

Und so gehts:

Rolle deine Zunge nach innen und atme durch die Zunge ein, atme aus durch die Nase. Du wirst schon nach wenigen Atemzügen die kühlende Wirkung spüren, und das geht auch im Büro oder am Telefon.

Beschließe deinen Sommertag mit Rosenwasser-Pads auf den Augen und Minzöl auf Schläfen und Puls, dies sorgt für eine ruhige Nacht.

Glücklichen Sommer !

Ihre Claudia Brenner

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